die vierte Woche, Begegnungen mit Kanadiern

Samstag, 24. August 2019 – Freitag 30. August 2019

 

Junge schneidet mit Heckenschere den Busch Wir spielen im Garten und ich schneide die vielen Hecken und Büsche etwas kleiner. Dann wagen wir uns in den Wald hinter unserem Haus. Wir wollen einmal um den See wandern und fühlen uns nach wenigen Schritten wie im Dschungel. Jochen schneidet uns ein wenig den Weg frei, dennoch klettern wir viel über Bäume und Äste und kriechen irgendwo durch. Wald in Canada ist sehr dicht gewachsenen und wird nicht freigeschnitten, es wächst halt alles wild. Mann mit drei Kindern steht auf der Wiese

Mann und Mädchen sind im Wald Nach ca 15 Minuten sind wir durch und kommen am Meer raus. Dort schlendern wir noch ein wenig und entdecken wieder viele Muscheln und Krebse.

Jochen backt uns leckere Muffins und wir lassen den Tag gemütlich ausklingen.

Abends drehen wir eine Runde am Meer und zuerst rätseln wir, was da für große Flecken auf dem Meer sind, Wellen, spiegelt sich die Sonne oder sind das unendlich viele Fische auf einem Haufen? Ja Wahnsinn, wir laufen mit den Schwärmen (es sind 2, manchmal 3) am Meer entlang. Zwei Frauen und ein Mann laufen an uns vorbei und ich frage ihn, was das ist? Er sagt, er hat so was hier noch nie gesehen. Vielleicht viele kleine Fische, die einen großen begleiten? Das dachte ich auch schon, wie spannend ist das denn? Das stört die drei nicht weiter, sie schauen auch begeistert zu den ca. 4 auf 2 Meter großen Flecken und gehen gleich daneben mal ins Wasser zum Schwimmen. Kurze Zeit später kommt eine der Frauen und hat einen Seestern in der Hand. Sie zeigt ihn uns von oben und unten und wie sich die kleinen Härchen bewegen. Dann bringt sie ihn wieder zurück ins Wasser.

Wir treffen Terry einen Nachbarn und er meint, das im Wasser sind vielleicht große Makrellenschwärme. Ui, echt spannend.

 

Die Fahrt nach Halifax zu Ikea steht an, wir sitzen immernoch auf unseren Gartenstühlen beim Essen. Und da Halifax seit einem Jahr nen Ikea hat, gehen wir da mal hin. Die von Ikea als “die bequemsten Stühle überhaupt” empfohlen können wir nicht mal als Stuhl definieren, da wollen wir nicht länger als 2 Sekunden sitzen und testen mehrere aus bis wir richtig gute haben.

ikea halifax von außen außenansicht ikea halifax

Lion bekommt Besuch von Lucas und ich besuche abends unsere Nachbarin, sie will mir ihren Lieblingswein zeigen. Wir trinken und quatschen bis in die Nacht und siehe da ihr Lieblingswein ist ein trockener Freixeneit (für nur 17 Dollar die Flasche). Lisa meint, wir können die Flasche nicht angebrochen lassen, der Wein wird sonst schlecht. Also trinken wir auch die zweite Flasche leer. Sie bringt mich ganz fühlsorglich durch den Garten bis zur Haustür. Ich hoffe sie findet den Weg wieder zurück : )

ein großes Containerschiff ist auf dem Meer

Wir bekommen den schriftlichen Bescheid, dass wir die Arbeitserlaubnis für 2 Jahre erhalten. Juhuu, die Freude ist sehr groß. Wir müssen jetzt also zur Aktivierung einmal in die USA ausreisen und wieder einreisen. Markus und Dani sowie Franzi und Alex hatten uns das schon erzählt: ne lange Fahrt, 2 Stunden warten, Stempel aufs Formular und alles ist gut.

Das wollen wir noch vor dem Schulstart machen, dann haben wir es!

 

Mister Jacob kommt uns besuchen. Er ist der Lehrer von Lion. Das ist hier an der Waldorfschule üblich, so wie Miss Moni schon bei uns war. Eine total schöne Art, die Kinder bzw den Lehrer schon kennenzulernen.

Wir sprechen ein paar Sätze, Jacob erzählt uns er ist gerade mit seiner Familie hier angekommen. Er hat drei Kinder die im gleichen Alter sind wie unsere uns sie sind von Calgary hier her gezogen. 12 Tage haben sie sich Zeit genommen für die Fahrt. Das sind 500 km am Tag. Ui, Respekt.

Holzstrickliesel mit Wolle Lion und Jacob bauen und schmirgeln etwas aus Holz und vier Nägeln. Lion rätselt schon was das wohl sein könnte. Am ersten Schultag darf er es mit in die Schule bringen. Wir sind gespannt!!

 

Dann bin ich wieder auf dem Farmers Market in Lunenburg. Der Bäcker mit den Brezeln erzählt mir, dass sein Vater aus England kommt und er ein wenig deutsch spricht.

Es hat sich ein Sturm angekündigt, Alex gibt uns ein paar Tips dafür. Wir kaufen genug Wasser und informieren uns über ein Notstromagregat für den Fall eines Stromaufalls. Zum Glück erreicht uns dieser Sturm nicht und wir haben ruhige Tage.

Wir besuchen die vier Ziegen am Sunnybrook Mill market. Catherine und Laurelle, die dort arbeiten erzählen, dass ihr Eltern aus Schottland hier ausgewandert sind. Sie sind beide hier geboren. Laurelle erzählt dann noch, das ihre Schwester mit Kindern in Freiburg lebt. Catherine erzählt, ihre Eltern sind 1957 mit dem Schiff hier rüber gefahren. Das ist einfach spannend.

Dann entdecken wir noch diesen wundervoll gestalteten Hai im Market. Catherine erzählt uns, dass sie ihn gemacht hat. Das ist der Hai Hilton, der ist hier oft in der Gegend und liebt Mahone Bay. Wir können es nicht glauben. Zuhause bei YouTube schauen wir gleich mal, was wir da finden. Ganz fasziniert starren wir alle in den Computer und schauen uns das Video von Hilton an. Wir sind jetzt also Hilton Fans!

Sherry und Terry sind die Großeltern von Skipper und wohnen 4 Häuser weiter von uns. Da sind so wundervoll herzliche Menschen. Sie sagen, wenn es irgendetwas gibt wobei sie uns helfen können, wir sollen einfach kommen und klingeln. Sie helfen uns. Ach wie lieb.

Es gibt keine Begegnung, die wir nicht für ein meist längeres Gespräch nutzen. Auch ihre Tochter Jill besucht uns spontan mit Skipper, der mit den Kindern im Garten flitzt. Es ist so schön hier.

 

Es gibt so viele liebe herzliche Menschen hier und die Gespräche sind immer fröhlich, viele erzählen von ihren Deutschkenntnissen und wir überlegen ob wir einen deutschen Kaffeestammtisch gründen sollen.

Eine Mutter aus der Schule sagte ich soll unbedingt deutsch mit ihr sprechen, dann kann sie es wieder etwas üben. Also spricht sie englisch und ich deutsch. Manchmal rutsche ich dann ins englische, sie bittet mich dann aber wieder deutsch zu sprechen. Sie heißt Katja Rudolf. Ihre Eltern sind Deutsche, die nach Canada ausgewandert sind, 10 Jahre in England gelebt haben um dort die Waldorfausbildung zu machen, da ist Katja auf die Welt gekommen. Dann sind sie wieder nach Toronto zurück.

 

Spiele mit dem Wasser:

Junge springt in Pfützen Kind fuhr mit Laufrad durch die lange Pfütze braunes Holzboot auf dem Meer 3 Kinder stehen in der Affenschaukel